Texte von

Marianne Kaindl

19
Aug
2016
4

Marianne Kaindl: Nazi-Allergie (Katzenkrimi) – 58

23. Juli Ich stand halb versteckt zwischen den Blumenkübeln am Eingang von Stefans Galerie und platzte fast vor Stolz. Bela und Timmy begrüßten die Gäste zur Vernissage ihrer ersten Ausstellung, und sie machten das großartig. Dabei war das alles doch noch gar nicht so lange her, damals, heute vor zwei Jahren… Heute vor zwei Jahren war einer der glücklichsten Tage meines Lebens. Ich saß mit meinem dicken Bauch im Körbchen neben dem Bett in Rebekkas Schlafzimmer, das unsere kriminalistische Einsatzzentrale ist. Stoßweise krümte ich mich unter Schmerzen, wie ich sie nie gekannt hatte. Rebekka schaute besorgt, streichelte mich, lümmelte sich...
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18
Aug
2016
2

Marianne Kaindl: Nazi-Allergie (Katzenkrimi) – 57

22. Juli Heute nahmen wir mal nicht die Abkürzung durch die Himbeeren, heute kamen wir ganz offiziell durch die Gartentür. Die von Greuvenbuchs gaben ihre Abschiedsparty, und wir alle waren eingeladen. Wir Katzen liefen, jede mit einem Schleifchen am Schwanz geschmückt, voraus, und uns folgten Rebekka und Stefan, zwischen sich Julia, die schon selber laufen kann, wenn sie ein bisschen festgehalten wird. Das mit den Schleifchen hatte lange Diskussionen ausgelöst. Die Seniorenkatzen fanden das süß, ich wollte keins und Bela und Timmy bestanden auf einer Schleife, die sie selbst bemalten. Am Ende hatten wir alle welche, die die beiden Künstler...
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17
Aug
2016
2

Marianne Kaindl: Nazi-Allergie (Katzenkrimi) – 56

Auf einmal hörten wir den Alten husten, niesen, keuchen. Er schnappte nach Luft wie ein Fisch auf dem Trockenen, er keuchte, rasselnd, pfeifend, er öffnete den oberen Hemdknopf, dann ging das Pfeifen in eine ganz schnelle, oberflächliche Atmung über, er sank auf einen Stuhl, seine Lippen verfärbten sich blau. Er versuchte, etwas zu sagen, aber aus seinem Mund kam kaum mehr als ein heiseres Röcheln. Luise Grafenwörth-Metzger rief einen Krankenwagen. Ich schrie: “Er hat eine Katzen-Allergie, eine sehr schlimme Katzenallergie! Bitte geht alle weg hier, wir treffen uns später an der Ecke Waldstraße.” “Er hat eine sehr schlimme Katzen-Allergie!”, brüllte...
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16
Aug
2016
2

Marianne Kaindl: Nazi-Allergie (Katzenkrimi) – 55

„…Hart wie Kruppstahl, habe ich dir immer gesagt, Mädchen. Aber du bist wie deine Mutter. Und dieser Gartenbauingenieur, den du da geheiratet hast, du meine Güte! Er ist und bleibt ein Gartenbauingenieur, so ein Blümchenpflücker, auch wenn er seine Zeit als Einkaufsleiter der Grafenwörth absitzt. Nimm dir ein Beispiel an Doppler und seiner Frau, obwohl der ein Jude ist.” “Das war das beste, was du machen konntest, den aus der Todesliste zu streichen und einen anderen nach Dachau in die Gaskammer zu schicken”, sagte Karola. “Er war dir immer so dankbar, und er ist wirklich nützlich.” “Ja, er zuckte nicht...
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15
Aug
2016
2

Marianne Kaindl: Nazi-Allergie (Katzenkrimi) – 54

Noch bevor die beiden verschwunden waren, straffte sich die Frau. Sie trat ganz nahe an ihren Stiefbruder heran und sagte mit gefährlich leiser Stimme: “Das sag ich dir – nimm dich in Acht. Nie habe ich ein Problem so gelöst. Aber jetzt, jetzt ist eine Schranke gefallen.” Gernot lachte auf. Es war ein hässliches Lachen. “Ach ja? Papa hat dich beauftragt, dich um diesen Josua Goldstein zu kümmern. Und was passiert? Er lebt fröhlich weiter, weil du so einen Dilettanten angeheuert hast. Vor deiner kriminellen Energie habe ich keine Angst.” “Das ist jetzt egal”, sagte sie leise und bestimmt. “Das...
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14
Aug
2016
1

Marianne Kaindl: Nazi-Allergie (Katzenkrimi) – 53

Katzen, Katzen, Katzen versteckten sich im Laub des Holunderbaums. Merlin, Percy, Goldie und ich. Felix, der immer wieder besorgt zu mir herüberblickte. Micky Einaug, Neelix und Calimero. Die beiden Brüder Ollie und Benni,  und selbstverständlich Struppi, Timmy, Bela und Wuschel. Als die Kinder aufgeregt zu wispern begannen, ermahnte ich alle zur Ruhe. Wir warteten auf das Finale, wir warteten darauf, dass sie uns wie eine reife Frucht serviert werden würde – die Aufklärung des Mords. Auf der Terrasse des Nachbargartens bot Frau Schuster-Schmid lächelnd Eierlikör an. Gernot zog das Jacket aus und lockerte die Krawatte. Sabine rückte näher an ihn heran....
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13
Aug
2016
2

Marianne Kaindl: Nazi-Allergie (Katzenkrimi) – 52

Nachdem wir die beiden Mobiltelefone endlich gefunden hatten, wedelte Goldie mir mit einem Zettel vor der Nase herum. “Die Nummer von Luise Grafenwörth-Metzger ist eingespeichert, also gib endlich Ruhe – ich muss mich konzentrieren”, schimpfte ich. Felix, der mich beobachtete, reichte mir ein kleines Stöckchen. Ich versuchte damit, die Buchstaben auf dem Display zu treffen, aber sie reagierten nicht. Irgendwann verschwand Percy und kam kurz darauf sehr niedergeschlagen zurück. “Das reagiert nur auf menschliche Finger”, miaute er. “Hab ich grade im Internet recherchiert.” Felix, Goldie, Merlin, Percy und ich schauten uns an und seufzten alle gleichzeitig. Da jetzt die App...
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12
Aug
2016
3

Marianne Kaindl: Nazi-Allergie (Katzenkrimi) – 51

17. Juli, abends Es war ein friedlicher Nachmittag. Julia und Dennis krabbelten auf unserer Blumenwiese. Rebekka und Stefan schaukelten zusammen auf der Hollywoodschaukel, lachten ab und zu, und manchmal fütterte er sie zärtlich mit Schokosahne-Torte. Felix und ich kuschelten – wir wissen ja immer noch nicht, was die Zukunft bringt und kosten deshalb jeden Moment aus, den wir zusammen verbringen können. Unsere Vier hockten in einem Blumenbeet voller Katzenminze und dösten vor sich hin. Die Bilder für die Ausstellung sind alle schon in Stefans Galerie, und Bela und Timmy genießen ein paar malfreie Tage. Ab und zu kam eine SMS...
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11
Aug
2016
2

Marianne Kaindl: Nazi-Allergie (Katzenkrimi) – 50

17. Juli, Sonntag Die Ergebnisse unserer unkonventionellen Hausdurchsuchung gestern bringen uns ein ganzes Stück in unseren Ermittlungen voran. Trotzdem fehlen uns noch wichtige Informationen, und an die kommen wir einfach nicht ran. Zumindest nicht mit den gängigen Methoden der Kriminalistik. Schließlich können wir ja keine Vernehmungen durchführen, und dass Silkowski das ebenfalls nicht kann und auch nicht will, das wissen wir ja inzwischen. Ich schlug deshalb vor, sofort weiterzumachen mit den unkonventionellen Methoden, aber Percy überredete mich, es doch noch einmal zu versuchen. “Manchmal kapiert der Silkowski ja doch etwas, und wenn nicht, dann haben wir es auf jeden Fall...
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10
Aug
2016
2

Marianne Kaindl: Nazi-Allergie (Katzenkrimi) – 49

16. Juli Beim morgendlichen Ermittler-Meeting waren wir uns alle einig: Dass die Häberles heute Abend im Konzert sind, das ist ein Wink des Schicksals, den man nutzen muss. Denn das ist ja wohl klar, dass Gernot mit seinem Blondi-Schäferhund und dass Karola mit ihren Lockenwicklern nicht zufällig da herumlungerten, als der Mord an Davide geschah und dann zufällig bezeugen konnten, es habe sich um einen Unfall gehandelt. Das vermuteten wir ja schon, noch bevor wir die geringste Ahnung hatten, dass Karola die Geliebte von Grafenwörth ist, seit ein paar Jahrhunderten oder so, und dass Gernot-Liebling sein Sohn ist. Kürzlich fragte...
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